Es ging auf und ab. Zunächst die Führung, doch dann kippte das sicher geglaubte Spiel und ging noch verloren. Eine Stimmung, wie sie zu Anfang hätte nicht besser sein können, endete in Traurigkeit und Frust. Und das bei nur einem Spiel, innerhalb kürzester Zeit.

Es war unglaublich, ansehen zu müssen, was da passierte, wie es zur Niederlage kam und noch viel schlimmer: nichts dagegen tun zu können....

Bei mehreren Niederlagen in Folge entsteht sicher irgendwann eine Diskussion um den Verantwortlichen. Der Trainer stellt sich natürlich dann auch selbst die Frage, ob er alles richtig gemacht hat. Die Öffentlichkeit übt Druck auf ihn aus und er muss sich viele unangenehme und auf Dauer nervende Fragen gefallen lassen. Und es gibt viele andere, die es natürlich besser wissen.

Die Fragen entstehen insbesondere, wenn er an einem Spieler, an den er glaubt, festhält. Dieser aber die Erwartungen des Trainers nicht mehr erfüllt und ihn immer wieder enttäuscht. Sei es durch schlechte Spielweise oder noch schlimmer durch fehlenden Teamgeist oder insbesondere mangelndes Engagement.

Einen solchen Spieler würde das Umfeld – wenn es denn entscheiden dürfte – sofort fallen lassen. Aber der Trainer kennt dessen Qualitäten und hofft, dass der Spieler sich wieder für ihn einsetzt und das gegebene Vertrauen wieder zurückzahlt.

Meist ist es eine Frage der Zeit und der Spieler besinnt sich. Aber manchmal ist ein zerüttetes Verhältnis nicht mehr zu kitten.

Die grundsätzliche Frage muss sich jeder Spieler - der seine Mannschaftskameraden und den Personen, die Vertrauen in ihn setzen, enttäuscht – gefallen lassen:

Woran es liegt.

KANN er es nicht besser oder WILL er es nicht?

Wirbt ein anderer Verein zu sehr um ihn? Oder ist er bei seiner jetzigen Mannschaft das Spielsystem des Trainers leid? Kann er mit dessen Methoden und seinen Worten nicht mehr umgehen? Ist er einfach mit seinen Gedanken woanders? Will er den Trainer nicht mehr sehen, ist es seine Art, wie er mit ihm umgeht, fühlt er sich genervt?

Oder braucht der Spieler schlichtweg eine Auszeit, ein wenig Abstand von dem Ganzen?

Solange es an einem "Kann nicht" liegt, ist mit der Zeit Besserung wieder in Sicht, irgendwann platzt der Knoten.

Um grundsätzlich eine gute, funktionierende Spielweise zu garantieren, muss dies regelmäßig trainiert werden. Oft fehlt dann bei solchen Spielern jedoch der Einsatzwille. Alle müssen aber daran arbeiten, es reicht nicht, wenn dies nur die Hälfte der Mannschaft praktiziert. Und ein Training, welches zum Beispiel nur einmal im Monat stattfindet, wird bei einem Leistungsrückstand nicht dafür sorgen, dass es besser wird - sondern eher schlechter....

Aus seinem Lieblingstorjäger, der wunderbar spielte und einen Treffer nach dem anderen erzielte - ein Spieler, den die Fans liebten, bei dem der ganze Verein wusste, was er an ihm hat, wurde ein Spieler, der die Erwartungen nicht mehr erfüllen kann oder will. Und dabei würde es schon reichen, wenn er gut spielen würde, für die Mannschaft da wäre, er müsste ja nicht mal mehr Tore schießen. Doch selbst das kriegt er nicht hin.

Es benötigt Zeit, Geduld und einiger Worte. Doch wenn schon Gespräche gelaufen sind, bedarf es vor allen Dingen Zeit und Geduld – bis der Spieler vielleicht wieder die Wichtigkeit des Vereins und seines Jobs dort entdeckt…. oder besser ganz aufhört bei diesem Verein zu spielen.

Ob es nämlich bei einer Leistungsverweigerung oder mangelnder Liebe zum Job oder mangelnder Identifikation zum Verein jemals ein erneutes Spiel für den Spieler geben wird, ist äußerst fraglich. Und ob der Trainer weiter Vertrauen zu diesem Spieler hat, ebenfalls.

Der Verein würde sich letztendlich wieder einen neuen Spieler suchen, der besser zur Mannschaft passt und die Erwartungen erfüllt….

Es wäre für den Trainer, für den Verein, natürlich leichter, wenn er weiter auf die Dienste des Spielers bauen kann und sei es auch nur in beratender und unterstützender Form - was durchaus bei Spielern der Fall ist, deren Vertrag ausgelaufen ist und nicht verlängert wurde.

Ein Fortgang eines solchen wichtigen Spielers ist immer unangenehm und hinterlässt eine Lücke, die nur schwer wieder zu schließen ist und wenn, dann zu einem hohen Preis.

 

Fußball ist nur ein Spiel.

Es ist aber ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.

Wie Liebe und Freundschaften sicher auch ein wichtiger Bestandteil eines jeden Lebens sind.

Und es ist interessant: Derzeitige Situationen bei meinem Liebligsverein weisen durchaus die eine oder andere Parallele zum echten Leben auf… :-)

Im Vergleich zu Freundschaften und Liebe wird sich der eine oder andere in den oben erwähnten Situation wiederfinden.

Obwohl es doch nur ein Spiel ist.....

Nur ist das eine oder andere Spiel irgendwann immer zu Ende....

Und immer wieder wird die Frage sein, welcher Spieler entscheidet das nächste?.......

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