Vertrauender Schlaf

Mal abgesehen davon, dass es eine sehr schöne Sache ist, mit einem Menschen, der einem viel bedeutet, einzuschlafen und am nächsten Morgen neben diesem Menschen aufzuwachen:

Es geht um mehr!

Denn obwohl es so wunderbar ist - ist es dennoch so seltsam:

Im Schlaf liefern wir uns unwillkürlich aus. Gerade in diesem Moment sind wir so angreifbar und verletzbar, wie wir es im wachen Zustand nie sein würden. Es kann doch so viel passieren.

Folglich benötigt es sehr viel Vertrauen, neben einem Menschen zu schlafen. Weil wir davon ausgehen müssen, dass dieser Mensch uns, während wir schlafen, kein Leid zufügt. Noch vielmehr: Uns sogar beschützt.

Und welche Schlußfolgerung zieht man aus der Tatsache, dass ein Mensch in unseren Armen oder an unserer Schulter einschläft?
Nun: Er vertraut uns. Und zwar in einem Umfang, den man als wahnsinnig großes Kompliment sehen kann...

Bei mir ist es ähnlich. Und erlebte einen Wandel der Zeit.
Während ich in meinen Teenager-Jahren durchaus besser allein schlafen konnte, hat sich das nun völligst gedreht.
Und es ist nicht der panische Gedanke, mir könnte nachts plötzlich was zustoßen und es wäre keiner da, der mich retten könnte....

Auch ich fühle mich wesentlich wohler, wenn jemand im Schlaf bei mir ist.
Man fühlt sich nicht allein, sondern viel mehr noch: geborgen, beschützt, warm...ein Gefühl, dass wir alle noch aus unserer Kindheit kennen. Und ein wunderbares Gefühl, wenn jemand genau aus diesem Grund auch seinen Schlaf unserer Nähe anvertraut, weil er sich vielleicht wohlfühlen will und es warm ist, er sich geborgen und geschützt fühlen möchte...

Schade durchaus, dass dieser geborgen Schlaf eben vom Grundsatz her einen Partner vorraussetzt. Einen Partner, keinen One-Night-Stand...

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Ich fühlte mich auch beschützt, obwohl ich eher in der Rolle des Beschützers steckte. Auch ich schlief ein, wenn auch der Schlaf nicht wie üblich die Nacht hindurch dauerte. Und abgesehen davon, dass es ein schönes Gefühl war, dass sich jemand mir im Schlaf anvertraute und an meiner Schulter einschlief, so war es doch fast unglaublich, als ich aufwachte und feststellte, dass ich schon lang nicht mehr so ruhig und friedlich geschlafen habe, wie in diesem Moment...

Vielleicht hätte ich liegen bleiben sollen...denn der Morgen brachte beim wieder alleine Aufwachen die unschöne Erkenntnis, nun wieder unruhig geschlafen zu haben...

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Ich erwähnte es Ihr gegenüber:
Neutralität ist schier unmöglich.
Zu viel schlechte Anzeichen, zu viele eigene und allgemeine schlechte Erfahrungen und zu viel gemeinsame Vergangenheit.

Doch was macht man mit Menschen, die einem nahe stehen und auf eine Klippe zurennen?
Man versucht sie aufzuhalten oder ihnen zumindest noch ein Rettungsseil umzubinden, bevor sie springen....
Doch das gelingt mir nicht. Ich wünschte ich könnte verhindern, dass gesprungen wird.

Wenn es etwas gäbe, was die Dinge positiv verändern könnte...ich wünschte es mir....
Wenn ich persönlich etwas tun könnte, ich würde es tun.
Aber es steht mir auch nicht zu, mich in die privaten Dinge anderer Personen einzumischen oder noch viel schlimmer, diese Menschen zu beeinflussen.
Obwohlich schon gerne wüsste, wie weit ich das in dem einen oder
anderen Fall beeinflussen könnte...

Ich habe nun oft genug mitangesehen, dass es ein schlechtes Ende nahm und ich mmöchte nicht, dass jemandem, der mir viel bedeutet, schon wieder Leid zugefügt wird - ob unbeabsichtigt oder nicht....

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Das ist wohl mein persönliches Schicksal:

Mitansehen zu müssen, wie Menschen, mit denen ich gemeinsam glücklich war oder jene, mit denen ich es so gerne geworden wäre, mit jemand anderem glücklich werden...

...oder es am Ende doch nicht werden....

...und dann mitansehen zu müssen, wie sie leiden - ohne etwas dagegen tun zu können....

Ich komme mir so hilflos dabei vor - vor allen Dingen, weil ich das Gefühl immer wieder hatte, dass es mit mir nie so weit gekommen wäre. Auch wenn es dafür keine Garantie gibt...

Doch wen wundert´s ?

Ich vergleiche es am besten mit dem Paintballschießen am letzten Wochenende:
Ringsherum werden deine Mitspieler niedergeschossen. Doch du kannst nichts dagegen tun, da du selbst unter Beschuss bist und zusehen musst wie du erst mal selbst heil aus der Lage herauskommst....

Wie also soll ich, wenn ich nicht mal mein eigenes Privatleben in den Griff bekomme, das der anderen geregelt kriegen???

Ich denke:
Versagen ist wohl meine derzeit beste Disziplin....

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Das Fazit:

Ich möchte einfach eine neues glückliches gemeinsames Einschlafen und Aufwachen finden, einen Vertrauten und sicheren Schlaf mit jemanden, an dessen Ende ICH stehe und niemand anderes, auf dass ich dafür selbst Sorge tragen kann, dass dieser Mensch am langen Ende glücklich ist....und nicht jemanden braucht, der ihn vor einem Sprung über die Klippen aufhalten muss...

..wenn es doch keine Klippen mehr gibt.

Einfach für jemanden da sein und sie beschützen....

 

29.8.10 22:42

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jenny (29.8.10 23:01)
hi thhaessler,
hatte gerade meinen blog auf den neusten stand gebracht und durch zufall gesehn, was du gearde geschrieben hast....eines gleich mal als erstes:
du schreibst wahnsinnig gut!
und dann gleichmal das nächste:
welche frau ist denn so blöd, und lässt dich sausen?
nach dem zu beurteilen was und wie du schreibst, bist du doch ein gefühlvoller mensch und aussehn tust du doch auch gut????
also ich selbst bin ja schon verlobt, deswegen bin ich aussen vor, aber ich glaub, dass sicher sehr bald jemand zu schätzen weiss, wieviel du wert bist! drück dir fest die daumen,
gruß, jenny
ps: schlaf gut :-)


Jenny (30.8.10 18:05)
Danke Jenny, für die netten Worte...
...und glaub mir: es gibt solche Frauen :-D
Aber vielleicht hilft ja das Daumen-Drücken

lg
Thorsten

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